Straubinger Vortragsreihe

Weiße getrennte weißliche Spritzfilme verbinden sich erst auf der Bodenoberfläche.Zoombild vorhanden

© Martin Schulz, LWG Bamberg

Ab dem 12. Januar 2026 trafen sich wieder Anbauer, Berater, Vertreter der Sauerkonservenindustrie, der Züchter, der Verbände sowie aus verschiedenen staatlichen Institutionen an vier aufeinanderfolgenden Montagen zur Straubinger Vortragsreihe.

Teilgenommen werden konnte in Präsenz im Gasthof Karpfinger in Aiterhofen oder online.

Rückblick 2026

Zusammen mit der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau hat das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Abensberg-Landshut ein vielfältiges Programm für verschiedene Produktionsbereiche im Gemüsebau auf die Beine gestellt.
Den Anfang machte der Industriegemüsetag, gefolgt vom Frischmarkttag, der von Erfahrungsberichten Schweizer Kollegen unterstützt wurde. Nach aktuellen Informationen zum Wassercent und Saisonarbeitskräften wurde die Veranstaltungsreihe mit einem Themenblock zu Ökogemüse und Marktgärtnerei abgerundet.

Bayerischer Industriegemüsebautag

12. Januar 2026 - Bayerischer Industriegemüsebautag

Dr. Jörg Hirsche steht hinter einem Rednerpult und spricht in ein Mikrofon. Zoombild vorhanden

© Martin Schulz, LWG Bamberg

Am 12. Januar 2026 trafen sich traditionell Anbauer, Berater, Vertreter der Sauerkonservenindustrie, der Züchtung, der Verbände sowie verschiedener staatlicher Institutionen zum Industriegemüsetag 2026 im Gasthaus Karpfinger in Aiterhofen. Der neue Leiter der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Dr. Jörg Hirsche, nutzte die Gelegenheit, sich den Teilnehmenden vorzustellen, und eröffnete die Veranstaltung. Trotz des widrigen Wetters konnte Dr. Hirsche mehr als 70 Teilnehmende im Saal sowie 45 Online-Teilnehmende begrüßen.
Saisonrückblick aus Sicht der Anbauberatung und des Pflanzenschutzes

Carolin Füssl vom Erzeugerring für Obst und Gemüse Straubing e. V. ließ traditionell mit ihren Praxisbeobachtungen das vergangene Anbaujahr aus Sicht der Anbauberatung Revue passieren. Eine besondere Herausforderung im Jahr 2025 war die Wahl des richtigen Aussaattermins für Einlegegurken. Die lange Frühjahrstrockenheit führte zu Problemen bei der Bestandsetablierung, insbesondere durch einen mangelhaften Aufgang der Einlegegurken. Beim Industriekraut stellte der Kohlerdfloh eine weitere Herausforderung dar. Zudem führten niedrige Temperaturen in der zweiten Julihälfte zu verminderten Erträgen bei Einlegegurken. Markus Göttl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Deggendorf-Straubing ging in seinem Vortrag zunächst ebenfalls auf die abgelaufene Saison aus Sicht des Pflanzenschutzes ein. Darüber hinaus informierte er über die aktuelle Zulassungssituation von Pflanzenschutzmitteln, darunter Verlängerungen, Neuzulassungen sowie laufende Notfallanträge. Ein weiterer Schwerpunkt seines Beitrags war die Situation des Monitorings der Schilf-Glasflügelzikade.

Aktueller Sachstand zum Thema Schilf-Glasflügelzikade

Im Anschluss gingen die Beraterkollegen Julia Böhringer und Robert Kirchner vom Gartenbaulichen Beratungsdienst für integrierten Gemüsebau Heilbronn e. V. konkret auf den aktuellen Sachstand zum Thema Glasflügelzikade im Gemüsebau ein. Anschaulich wurden den Zuhörern der Entwicklungszyklus sowie die Schadsymptome vorgestellt. Unter anderem ist der Schädling mittlerweile Überträger des Stolbur-Erregers bei Roter Bete, was zu Welkeerscheinungen an den Blättern sowie zu Fäulnis und der Ausbildung sogenannter „Gummiknollen“ führt. Auch andere Gemüsekulturen wie Rhabarber, Möhre, Pastinake, Kopfkohl, Zwiebeln und Wurzelpetersilie sind betroffen. Vorbeugende Maßnahmen bestehen unter anderem in einer angepassten Fruchtfolge, Schwarzbrache, dem Einsatz von Netzen sowie von Insektiziden.

Auf dem Bild zu sehen,  sind Referenten und Organisatoren des Industriegemüsebautags.Zoombild vorhanden

© Elisabeth Ammer, Straubinger Tagblatt

Welche Sorte ist die Richtige? Vorstellung der Ergebnisse aus den Anbauversuchen in Niederbayern
Florian Hageneder vom AELF Abensberg-Landshut stellte die Ergebnisse des Einlegegurken-Anbauversuchs vor. Neben der Ertrags-, Qualitäts- und Mangelbonitur wurden die geprüften Sorten auch hinsichtlich ihrer Anfälligkeit gegenüber dem Falschen Mehltau untersucht. Dabei kamen lediglich sechs Behandlungen anstelle der üblichen zwölf Anwendungen gegen den Falschen Mehltau zum Einsatz. Im Exaktversuch wurden insgesamt sieben Sorten geprüft, wobei die Sorte 'Sebate' als Standardsorte diente. Ergänzend wurde ein Schauversuch mit acht Sorten angelegt, der der Kandidatenfindung für den Exaktversuch im kommenden Jahr dient. In diesem Rahmen wurde auch eine Bio-Sorte ausgesät, die über eine Resistenz gegenüber dem Falschen Mehltau verfügt.
Sortenschauversuche Industrieweißkraut von 2022 bis 2025

Anschließend präsentierte Daniela Gleißner vom AELF Landshut-Abensberg die Ergebnisse der Sortenschauversuche Industrieweißkraut aus den Jahren 2022 bis 2025. Die geprüften Sorten wurden unter anderem hinsichtlich ihrer Eignung für die Direktsaat, ihres Ertragspotenzials, der Innenqualität sowie ihrer Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen bewertet. Ergänzend erfolgte eine Bonitur äußerer Merkmale wie Kopfform, Standfestigkeit, Pflanzengröße, Feldhaltbarkeit und Seitentriebbildung. An einem weiteren Standort wurden Maßnahmen wie die Netzabdeckung, der Einsatz von Kristallkalk sowie zwei Biostimulanzien zur Reduzierung von Trockenstress im Sommer untersucht. Abschließende Aussagen hierzu sind derzeit noch nicht möglich, da die Vegetationsperiode 2025 vergleichsweise feucht verlief.

LiquiMulch - eine Alternative zu Mulchfolien im Einlegegurkenanbau
Abschließend widmete sich die Veranstaltung dem Bio-Einlegegurkenanbau – einer Nische mit Zukunft? Was früher als Betätigungsfeld für Idealisten galt, entwickelt sich zunehmend zu einer wirtschaftlich interessanten Geschäftsidee. Ein erfolgreicher Anbau von Einlegegurken erfordert bislang häufig den Einsatz von Polyethylen- bzw. biologisch abbaubaren Folien. Eine spannende Alternative stellte Dr. Michael Kirchinger vom Technologie- und Förderzentrum (TFZ) Straubing vor: LiquiMulch, ein sprühbarer, biologisch abbaubarer Mulch, der unter anderem für den Einsatz im Wein- und Gemüsebau entwickelt wurde. Das Produkt wurde kürzlich patentiert und kann nun in der Praxis eingesetzt werden. Im Rahmen von zwei Projekten, finanziert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt sowie das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, konnte eine beikrautunterdrückende Wirkung nachgewiesen werden. Für die Anwendung wurde vom Unternehmen Amazone eine spezielle Applikationstechnik entwickelt.
Bio-Anbau bei Einlegegurkenanbau

Andreas Herr, ein anerkannter und global agierender Spezialist im Bereich des Einlegegurkenanbaus, gab einen Überblick zu Anbausystemen und Sorten. In Deutschland werden derzeit rund zwei Prozent der Produktionsmenge auf etwa 100 bis 150 Hektar im ökologischen Anbau erzeugt. Bio-Einlegegurken stellen dabei ein Premium-Nischenprodukt dar. Ursachen hierfür sind unter anderem um rund 50 Prozent niedrigere Erträge sowie die hohe Nachfrage nach kleinfrüchtigen Gurken, was zu steigenden Rohwarenkosten führt. Gleichzeitig ist jedoch eine zunehmende Nachfrage zu verzeichnen. Grundsätzlich lassen sich zwei Anbaustrategien unterscheiden. Zum einen wird eine frühe Ernte durch Pflanzung und die Wahl geeigneter Sorten angestrebt, so dass die Ernte beginnt, bevor verstärkt Krankheitsdruck auftritt. Zum anderen stehen mittlerweile mehltauresistente Sorten zur Verfügung, die eine längere Erntesaison ermöglichen. Diese Sorten gelten jedoch derzeit noch als vergleichsweise ertragsschwach, so Andreas Herr.

Dr. Axel Böhme steht vor einer Leinwand in Richtung Publikum und hält ein Mikrofon in der Hand.Zoombild vorhanden

© Martin Schulz, LWG Bamberg

Abgeschlossen wurde der Tag durch den Beitrag von Dr. Axel Böhme, Geschäftsführer des Biohofes Schöneiche aus dem Spreewald. Der Betrieb wurde 2006 gegründet, ist seit 2010 Naturland- und seit 2024 Bioland-zertifiziert. Im Einlegegurkenanbau kommen ungebeizte konventionelle Standardsorten wie 'Liszt' und 'Albatros' sowie die (falscher-)mehltauresistente Sorte 'Zirkon' zum Einsatz. Grundsätzlich erfolgt der Anbau über Pflanzung. Die Beikrautunterdrückung erfolgt mechanisch mithilfe von Fingerhacken sowie ergänzend per Handhacke. Nach einer Grunddüngung mit Kalk, organischen flüssigen NPK-Mehrnährstoffdüngern (PPL) und pelletiertem Hühnertrockenkot (HTK) wird während der Kulturzeit Vinasse als Stickstoffdünger eingesetzt. Der Bio-Gurkenanbau erfordert deutlich mehr Handarbeit als der konventionelle Anbau, bei gleichzeitig deutlich niedrigeren Erträgen. Insbesondere steigende Lohnkosten treiben die Kostenschere zwischen konventionellem und ökologischem Anbau weiter auseinander, so Dr. Böhme.

Frischgemüse und Sommerzwiebeln

19. Januar 2026 – Gemüseanbau im Fokus – Frischgemüse und Sommerzwiebeln

Gruppenfoto der Referentinnen und Referenten im Saal.Zoombild vorhanden

© AELF Abensberg-Landshut

Am zweiten Tag der Straubinger Vortragsreihe begrüßte Behördenleiter Josef Groß vom AELF Deggendorf-Straubing die Besucher im Gasthaus Karpfinger in Aiterhofen sowie rund 30 Teilnehmende online. Er verwies auf die herausragende Rolle Niederbayerns im Gemüsebau mit über 6500 Hektar Anbaufläche und die Wichtigkeit der praxisnahen Versuche vor Ort. Besonders dankte er den Betriebsleitern, die ihre Betriebsflächen für die Versuchsarbeit zur Verfügung stellen. Anschließend übernahm Stefanie Pahnke, Abteilungsleiterin Gartenbau am AELF Abensberg-Landshut, die Moderation.
Herausforderung der Saison 2025

Alexander Weigl vom Erzeugerring für Obst und Gemüse Straubing e. V. stellte die Auswirkungen der Witterung auf verschiedene Kulturen vor. Geringe Winterniederschläge, eine trockene Frühjahrsperiode bis Anfang Juni sowie moderate Sommertemperaturen prägten die Saison 2025. Starke Hitze trat nicht auf. Durch den fehlenden Regen entwickelten frühe Saaten ein tiefreichendes Wurzelsystem. Auch Pflanzkulturen wuchsen im milden Sommer sehr gut. Gleichzeitig profitierten Blattläuse von den Temperaturen. So blieb besonders in Salat- und Zucchinibeständen der Befall hoch. Teilweise konnten Betriebe die Ernte nicht vermarkten.

Aktuelles aus dem Pflanzenschutz (Recht und Versuchsergebnisse)

Bei den rechtlichen Inhalten ging Markus Göttl (AELF Deggendorf-Straubing) auf die aktuelle Zulassungssituation und die Neuerungen bezüglich Aufzeichnungspflichten ein. Er zeigte auf, dass sehr viele Bemühungen seitens staatlicher Organisationen und Verbänden laufen, um den regionalen Anbau durch Pflanzenschutzlösungen zu sichern. Künftig müssen Landwirte bei Pflanzenschutzmaßnahmen auch das genaue Kulturstadium dokumentieren. Für 2026 kann die Aufzeichnung noch schriftlich erfolgen, ab 2027 ist eine elektronische Erfassung verpflichtend. Im produktionstechnischen Teil zeigte Göttl Möglichkeiten auf, um auf wegfallende Zulassungen im Insektizidbereich zu reagieren. Notfallzulassungen sollen kurzfristig unterstützen. Beim Monitoring der Schilf-Glasflügelzikaden wurde an allen Fallenstandorten Zikaden gefunden, auch auf Gemüseflächen. Im Gegensatz zu anderen bayerischen Gebieten konnten bisher noch keine Infektionen und Schäden an Gemüsekulturen im niederbayerischen Anbaugebiet verzeichnet werden.

Das Säulendiagramm zeigt Zwiebeln größer 60mm der Sorten `Veleta´ (Bj) und `Vuelta´ (Ta).Zoombild vorhanden

© AELF Abensberg-Landshut

Exaktversuch Speisezwiebel
Im von Tobias Vogl vorgestellten Exaktversuch bei Speisezwiebeln wurden 14 Sorten getestet. Ergiebige Niederschläge im Monat Juli führten zu einer guten Ertragsbildung des Versuchsbestands mit Unterschieden in der Sortierverteilung und zwischen den Sorten. Die Sorte ˈBEJO (EXP) 388ˈ (Bj) erreichte die beste Qualität mit hoher Druckfestigkeit, guter Schalenhaftung und geringem Wurzelantrieb. Auch ˈAstoriaˈ, ˈRockitoˈ, ˈSV3557NDˈ und ˈBruceˈ erzielten gute Bewertungen. In den vergangenen Jahren verursachte die Fusarium-Fäule teilweise hohe Ernteausfälle. Eine wirksame Bodenbehandlung fehlt weiterhin. Die Sorte 'Fundador' zeigte im zweijährigen Versuch eine geringere Anfälligkeit auf dem Feld und im Lager.

Detaillierte Ergebnisse sind in den ausführliche Versuchsberichten abrufbar unter: Externer Link

Einzelkritik für Möhren und Salate

Florian Hageneder vom AELF Abensberg-Landshut präsentierte die Sortenversuche in Zusammenarbeit mit der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau. Die Versuche fanden auf Praxisflächen in Niederbayern statt. Im Möhrenversuch auf einem Praxisstandort im Raum Erding überzeugten die meisten der 20 Sorten mit einer guten Blattgesundheit. Diese Eigenschaft erleichtert die maschinelle Ernte. Schwächen zeigten die Sorten `Braid´ (Ta), `Saber´ (Ta), `Strugeon´ (GV) und `Neva´ (GV). Die Standardsorte `Nerac´ (Bj) bildete bei geringerer Bestandesdichte besonders schwere Rüben mit durchschnittlich 161 Gramm. Die höchsten Flächenerträge erzielten `Criebon´ (Ws) und `AGX 027´ (Ag). Beide Sorten zeigten jedoch eine ungleichmäßige Rübenform. Infolge der anhaltenden Niederschläge im Juli 2025 verzögerte sich die Ernte der Salatversuche um eine Woche. Aufgrund der feuchtwarmen Witterung entwickelte sich der Eissalat schneller und konnten zeitgleich mit dem Mini-Romana-Versuch geerntet werden. Von allen 15 getesteten Eissalatsorten erhielt `E01E.12917´ (Ez) über die Summe aller Bewertungskriterien den höchsten Gesamtwert. In der durchlaufenden Fotogalerie überzeugten die drei Romanasorten `Romi´ (Vil), `Hannes´ (Ez), und `Rawonder´ (Rz) mit sehr guten Ergebnissen.

Gelbe Blattspitzen, verfärben sich schwarz und dürren ab.Zoombild vorhanden

© AELF Deggendorf-Straubing

Stemphylium - Neuer Erreger bei Speisezwiebel
Dr. Matthias Lutz und Leonie Krapf berichteten über neue Forschungsergebnisse aus der Schweiz. Der Erreger dringt meist über hitzegeschädigte Blattspitzen in die Pflanzen ein. Niederschläge bzw. Beregnungswasser verteilen die Sporen ins Innere der Schäfte. Die Blätter sterben frühzeitig ab und ein normaler Abreifeprozess bleibt aus. Die Landwirte verzeichnen hohe Ertragseinbußen durch kleinfallende Ware und Ausfall durch Fäulnis auf dem Feld und im Lager. In der Bekämpfungsstrategie stellen als vorbeugende Maßnahmen u. a. Fruchtfolge, Hygiene und die Sortenwahl einen Baustein dar. Ein Wirkstoffscreening zeigte positive Effekte bei der chemischen Bekämpfung, aber auch in einem 2025 erstmalig durchgeführten Sortenscreening zur Hitzetoleranz zeigten sich Unterschiede in der Anfälligkeit. Ein Anfang ist gemacht, weitere Versuche sind notwendig, entscheidend ist das Zusammenspiel aller Faktoren im Blick zu behalten.
Hellgrünes Erdmandelgras (Vierblattstadium) breitet sich bei Kopfsalat in den Reihen aus,Zoombild vorhanden

© Agroscope

Erdmandelgras erkennen und bekämpfen - Erfahrungsbericht aus der Schweiz
Das Unkraut gehört zu den Sauergrasgewächsen, es breitet sich zunehmend aus und verursacht hohe Ertragsverluste. Vor allem in Gemüsekulturen mit längerer Standzeit (z. B. Speisezwiebel, Kohlarten, Karotten) wird das Erdmandelgras zur starken Konkurrenz und führt zu Ertragseinbußen mit mehr als 50%. Dr. Franziska Häfner stellte Ergebnisse aus einem mehrjährigem Schweizer Forschungsprojekt vor. Die Schwierigkeit in der Bekämpfung liegt darin, dass es sich über unterirdische Rhizome und Knöllchen (Erdmandeln) vermehrt, die mehrere Jahre keimfähig bleiben. Entscheidend ist eine frühzeitige Erkennung und eine gründliche Maschinenhygiene um die Verbreitung durch landwirtschaftliche Geräte (überbetrieblicher Einsatz!) zu verhindern. Ein erstes umfangreiches Screening 2025 bei Agroscope zur chemischen Bekämpfung zeigte erste Erfolge. Laut Referentin stellt eine Herbizidmaßnahme aber nicht die alleinige Lösung dar. Um die Mandeln im Boden „auszuhungern“ ist eine konsequente mechanische (wiederholtes Hacken bei trockenen Bedingungen) und eine chemische Bekämpfung über die Fruchtfolge und über mehrere Jahre notwendig.

Betriebliche Rahmenbedingungen

26. Januar 2026 - Betriebliche Rahmenbedingungen

Der erste Vorsitzende des Landesverbandes der bayerischen Feldgemüseanbauer Josef Apfelbeck rief den Teilnehmern zu Beginn seiner Grußworte die angespannte geopolitische Lage in Erinnerung. Vor allem die Weltmächte USA, Russland und China streben nach günstiger Energie. Sei es durch Zugänge zu Ölfeldern oder durch erneuerbare Quellen. Auch die Landwirtschaft ist direkt von steigenden Kosten für beispielsweise Diesel, steigende Löhne und Kosten für Bewässerungswasser betroffen. Gleichzeitig sinke die Kaufkraft und die Bevölkerungszahlen in Deutschland, so Apfelbeck. Es ist daher enorm wichtig für die Landwirte ihre Kosten sehr genau im Blick zu behalten. Insgesamt werde der Druck auf die Produktion von Gemüse und Grundnahrungsmitteln sicher hoch bleiben, nicht zuletzt die unvorhersehbaren Folgen von internationalen Handelsabkommen wie Mercosur. Auch die anhaltend angespannte Lage bei den Pflanzenschutzmittelzulassungen und der Wasserverfügbarkeit für die Landwirtschaft stellen ein andauerndes Produktionsrisiko dar. Trotzdem ist es wichtig an der heimischen Produktion festzuhalten und die Versorgung der Bevölkerung mit regionalen Lebensmitteln sicherzustellen

Abgebildet die Titelseite des Kennzahlenvergleichs und ein Ausschnitt aus dem Heft.Zoombild vorhanden

© Tim Hackenberg, ZBG

Kennzahlen im Gartenbau und der Landwirtschaft: Ein betriebswirtschaftliches Werkzeug für den Erfolg
Tim Hackenberg vom Zentrum für Betriebswirtswirtschaft im Gartenbau gab einen Einblick über den seit nunmehr 65 Jahren durchgeführten Betriebsvergleich im Gartenbau. Das Expertenteam kann mit einer detaillierten Analyse den Betrieben bei der Entwicklung helfen und Schwachstellen in der Betriebsführung aufdecken. Nur wer die wichtigen Kennzahlen seines Betriebes kennt, kann fundierte Entscheidungen treffen. Die Unterteilung der Erfolgskriterien wie Lohn- und Spezialaufwand, Betriebseinkommen je AKh. und vieler weiterer Kennzahlen erfolgt in oberes, mittleres und unteres Drittel. So sehen die Betriebe am Ende, wo sie stehen und ob der Betrieb einer Optimierung bedarf. Das Ergebnis bekommen die Unternehmer in Form von Beratungsbriefen und können diese auch für Gespräche mit der Bank effektiv nutzen. Je mehr Betriebe am Vergleich teilnehmen, desto aussagekräftiger werden die Auswertungen, so Hackenberg. Im Vortrag wurde auch deutlich wie sich die Teilbereiche der Landwirtschaft und Produktionsgüter im Laufe der letzten Jahre veränderten. Sparten wie der Gemüsebau entwickelten sich positiv. Beim Produktionswert lag Deutschland 2024 hier nach Italien und Spanien an dritter Stelle in Europa. Das liegt unter anderem an der gesteigerten Produktivität und dem steigenden Export, bei gleichzeitig stagnierendem Import.
Abgebildet ist ein Feld mit verschiedenen Kopfsalaten das mit Kreisregnern bewässert wird.Zoombild vorhanden

© AELF Abensberg-Landshut

Verfügbarkeit und Kosten von Bewässerungswasser in der Zukunft: Wie sollen sich die Betriebe aufstellen?
Seit ersten Januar 2026 ist die Novelle des Bayerischen Wassergesetztes in Kraft getreten. Welche Veränderungen kommen damit auf die Landwirte zu? Diese und weitere Fragen beantwortete Patrick Scharl vom Bayerischen Bauernverband. Die Zentralen Regelungen sind die Einführung eines Wassercents von 0,10 € je m³, wobei auf die ersten 5000 m³ ab 2027 (2500 m³ für die 2. Jahreshälfte 2026) kein Entgelt entfällt. Jeder weiter Kubikmeter ist zu bezahlen. Befreit vom Wassercent sind Wasser- und Bodenverbände. Hier werden die Gebühren für die Betriebe über die Verbandsumlagen bezahlt. Zulassungsfreie Wassernutzungen (z.B.: Hofbrunnen zum Tränken von Vieh) bleiben nach wie vor gebührenfrei. Sollte sich am Betrieb ein bisher noch nicht genehmigter Altbrunnen befinden, greift die Amnestieregelung, die eine straffreie Nachmeldung bis 31.12.2027 erlaubt. Die Gründung eines Verbandes kann für die Landwirte Vorteile bringen, da der Verband einen einheitlichen Ansprechpartner für die Behörden darstellt und die rechtssichere Entnahme des Bewässerungswassers garantiert. Für die erfolgreiche Gründung sind jedoch 1-2 Jahre Vorlauf einzuplanen und es ist meist eine hydrogeologische Untersuchung notwendig. Auf die Betriebe kommen also zukünftig weiter Kosten zu. Ob die Erlöse aus dem Wassercent wieder in Teilen an die Landwirtschaft zurückfließen, wie es der Wunsch mancher Praktiker ist, bleibt abzuwarten.
Zu sehen ist ein Einsatzfahrzeug des Zolls, dass vor einem Einlegegurkenfeld steht. Zoombild vorhanden

© AELF Abensberg-Landshut

Aktuelles und Neuerungen bei der Beschäftigung von Saisonarbeitskräften
Andreas Fuchs, Betriebsprüfer der deutschen Rentenversicherung am Prüfzentrum Landshut gab Einblicke in die Prüfpraxis und häufig auftretende Schwierigkeiten bei der Beschäftigung von Arbeitskräften aus dem Ausland. Wichtig für den Betrieb ist immer die Prüfung, ob Versicherungsfreiheit besteht. Diese ist immer vollständig, nachvollziehbar und urkundensicher nachzuweisen. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich die Saisonarbeitskraft versicherungspflichtig zu beschäftigen. Zudem ist die richtige Abrechnung der gewährten Unterkunft und Verpflegung zu beachten. Bei zu hoch angesetzten Sachbezügen kann sich beispielsweise eine Unterschreitung des Mindestlohnes ergeben, die der Zoll bei einer Kontrolle ahnden wird. Eine Neuerung ab Januar ist die Anhebung der Zeitgrenze für kurzfristige Beschäftigung von 70 auf 90 Tage bzw. 15 Wochen. Dies verbessert die Personalsituation für die Unternehmer während der Erntephase. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber müssen ab 2026 aber sorgfältig prüfen, ob ihr Betrieb landwirtschaftlich einzustufen ist. Nur dann gelten die erweiterten Zeitgrenzen.

Ökogemüse und Marktgärtnerei

2. Februar 2026 - Ökogemüse und Marktgärtnerei

Auf dem Bild ist das Gemüsesortiment ausgelegt in Gemüselisten in einem Hofladen abgebildet.

© Christine Lenhardt

Am 02.02.2026 lud die Öko-Akademie der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Bamberg zu einer Hybridveranstaltung im Rahmen der Straubinger Vortragsreihe ein. Der vierte und abschließende Termin stellte besonders die ökologische und kleinstrukturierte Anbauweisen in den Fokus. Die Teilnehmer erhielten spannende Einblicke zum Thema Marktgärtnerei, Vermarktung und Betriebswirtschaft. Die Begrüßung fand durch Andreas Schmitt, Leiter des Arbeitsbereiches Umweltgerechte Erzeugung an der Öko-Akademie Bamberg statt.
Das Bild zeigt den Freilandanbau verschiedener Gemüsearten in der Marktgärtnerei.

© Johannes Pelleter/
OG Marktgärtnerei

Marktgärtnerei - das Comeback der Kleinstruktur
Das Seminar eröffnete Johannes Pelleter mit einem Vortrag über den effizienten Gemüseanbau auf engsten Raum – die Marktgärtnerei. Zu Beginn seines Vortrages betonte Pelleter die Wichtigkeit der kleinstrukturierten Landwirtschaft bei der Versorgung der Bevölkerung. Die Betriebe bewirtschaften nur 12% der gesamten Agrarfläche weltweit, produzieren darauf aber mehr als 70% der konsumierten Lebensmittel. Diese Form der Landwirtschaft, im Gemüseanbau Marktgärtnerei genannt, erlebt derzeit ein Comeback. Weiter ging der Referent im Folgenden auf drei wichtige Punkte beim Anbau auf kleinstrukturierten Flächen ein: Durch die biointensive Bewirtschaftung kann bodenschonend, humusaufbauend und nützlingsfördernd kultiviert werden, und zwar auf standardisierten Beetflächen mit einer Satzstaffelung und Mehrfachbelegung. Diese intensive Kulturführung setzt eine gute Anbauplanung voraus. Durch die überwiegende Handarbeit, muss allerdings mit bis zu 8000 Akh pro Hektar und Jahr gerechnet werden. Im Punkt saisonale Vielfalt betonte Pelleter wie wichtig die außergewöhnliche Fülle der Gemüsekulturen seien, wobei v.a. Wintergemüsearten nicht zu vernachlässigen sind. Beim Thema Direktvermarktung betonte der Referent die Wichtigkeit der Preisgestaltung, die hier ohne den Zwischenhandel und durch den direkten Kontakt mit dem Kunden möglich ist. Am Ende seines Vortrages stellt der Referent kurz das EIP Projekt „Die Operationelle Gruppe Marktgärtnerei“ vor. Hier setzen sich erstmals Akteure wissenschaftlich mit dem biointensiven Gemüseanbau in Handarbeit auseinander.
Die Abbildung zeigt die Vielfalt der Gemüsearten für die Direktvermarktung.

© Helmut Ettl

Vielfalt des Gemüseanbaus für die Direktvermartung
Im Anschluss gewährte Helmut Ettl Einblicke in seine Gärtnerei. Diese betreibt er seit 44 Jahren erfolgreich Gemüseanbau mit Direktvermarktung im bayerischen Wald. Sein Betrieb liegt auf 570 Höhenmeter mit einer durchschnittlichen Regenmenge von 750-850 mm pro Jahr. Das Bayerwaldgemüse Ettl wird über drei Absatzwege vermarktet: eigener Hofladen, Direktlieferung an regionale Gastronomie und über den Bauernmarkt in Rattenberg. Ettl stellte seine Vision eines zukunftsfähigen Bauernmarktes vor. Hierbei sind ein attraktives Sortiment, feste Bauernmarkttage und v.a. eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde oder der Stadt wichtig. Danach gab der Gärtnermeister einen Einblick in die Vielfalt seiner Kulturen. Um am Markt attraktiv zu bleiben, werden verschiedene Sorten von Tomaten angebaut, eher außergewöhnliche Kulturen wie Ingwer und Peperoni im Freiland sowie Minigemüse oder Rosenkohl an der Stange. Eine ansprechende Präsentation der Verkaufsware sei sowohl am Markt wie auch im eigenen Hofladen besonders wichtig. Die Gärtnerei Ettl erweitert ihr Sortiment von Juni bis Oktober mit Schnittblumen aus eigenem Anbau.
Auf dem Bild sind zwei Referenten zum Thema Arbeitswirtschaft zu sehen.

© Stephanie Völlner, AELF Abensberg-Landshut

Arbeitswirtschaft und Deckungsbeitrag als Schlüssel zur nachhaltigen Betriebsentwicklung
Unter dem Motto „Bauch oder Zahl“ wurden im dritten Teil der Veranstaltung die Grundlagen der Deckungsbeitragsberechnung als Basis für die Anbauplanung, sowie die verschiedenen Aspekte der Arbeitswirtschaft behandelt. Den Anfang gestaltete Christine Lenhardt mit einer kurzen Darstellung der Berechnung des Deckungsbeitrages. Lenhardt ist Mitarbeiterin an der Öko-Akademie Bamberg und für die Erarbeitung von Daten zum ökologischen Gartenbau insbesondere in den Bereichen Markt und Betriebswirtschaft zuständig. In ihrem Vortrag erläuterte diese die Vorteile der Deckungsbeitragsberechnung. Zum einen können hiermit Kulturen untereinander verglichen werden, zum anderen zeigt der Deckungsbeitrag einen möglichen Handlungsbedarf in der Kulturplanung und Preisgestaltung auf. Der Deckungsbeitrag errechnet sich durch den Abzug der Direktkosten vom Erlös einer Kultur. Vor allem wies die Referentin bei den Direktkosten auf die stetig steigenden Personalkosten hin. Deshalb sei es sehr wichtig auf den effektiven Einsatz seiner Arbeitskräfte zu achten. Mit diesem Punkt verwies die Referentin auf den nachfolgenden Vortrag über die verschiedenen Aspekte der Arbeitswirtschaft als Schlüssel zur nachhaltigen Betriebsentwicklung.

„Betriebsleiter verlassen sich oftmals auf ihr Bauchgefühl – so auch bei der Arbeits- und Betriebswirtschaft.“ Peter Eichel und Rainer Petzi von der Abteilung Gartenbau am AELF Abensberg-Landshut setzten sich nachfolgend mit dieser These auseinander und beleuchteten verschiedene arbeitswirtschaftliche Optimierungsmöglichkeiten – vom theoretischen Ansatz bis hin zu konkreten Beispielen. Die Grundlage für arbeitswirtschaftliche Prozessoptimierungen sollten demnach stets konkrete, betriebsindividuelle Daten sein. Auf dieser Grundlage können faktenbasierte Entscheidungen zur Optimierung der Arbeitsleistung, zur Qualitätssteigerung oder zur Kosteneinsparung getroffen werden. Bei allen Optimierungsvorhaben darf jedoch die Mitarbeiterzufriedenheit nicht vernachlässigt werden. Für Betriebsleitungen bedeutet dies, die Mitarbeitergesundheit zu fördern sowie einen gewissen „Spaßfaktor“ ins Arbeitsgeschehen zu integrieren. Rainer Petzi zeigte anhand praktischer Beispiele, wie die Theorie in die Praxis überführt und dabei ein Mehrwert für Betrieb und Mitarbeiter geschaffen werden kann. Er zeigte auf, dass in manchen Fällen „die Justierung kleiner Stellschrauben“ – wie beispielsweise die Änderung der Arbeitsplatzorganisation oder -gestaltung – bereits nach kurzer Zeit merkliche Verbesserungen nach sich ziehen kann.

Rückblick

2025

21. Januar 2025 – Frischgemüse und Sommerzwiebeln

Am zweiten Tag der Straubinger Vortragsreihe wurde das Publikum im Gasthaus Aiterhofen und die ca. 30 Online-Teilnehmer vom Behördenleiter des AELF Abensberg-Landshut, Jens Nebe, begrüßt. Der Gemüseanbau in Deutschland verfügt bei einem Selbstversorgungsgrad von knapp unter 40 % und bei steigendem Trend zur fleischlosen Ernährung über enormes Potential. Nebe verwies aber auch auf die steigenden Herausforderungen im Anbau durch Klimawandel im Zusammenhang mit Wetterkapriolen, neue Schaderreger, den Bewässerungsbedarf bei gleichzeitig sinkenden Grundwasserspiegeln und den zunehmenden Mangel an Saisonarbeitskräften. Im Anschluss übernahm Stefanie Pahnke, Abteilungsleiterin Gartenbau am AELF Abensberg-Landshut das Wort, die an diesem Tag als Moderatorin durch die Veranstaltung führte.

Gruppenfoto der Referenten im Saal.

© Carolin Füßl

Aktuelles aus dem Pflanzenschutz
Markus Göttl, AELF Deggendorf-Straubing, zeigte den Teilnehmenden auf, welche Änderungen sich bei den Ausweisungen von Pflanzenschutzmitteln im Gemüsebau ergeben. Zahlreiche Wirkstoffe fallen weg und werden entsorgungspflichtig. Praktiker wurden dabei über genaue Aufbrauchfristen aufgeklärt, um praxisgerecht planen zu können. Besonders bedeutend wird der Wegfall des Insektizides Movento OD 150, was bislang einen zuverlässigen Bekämpfungserfolg für versteckt lebende Läuse bietet. Diesbezüglich wurde über Versuchsergebnisse zur Blattlausbekämpfung im Salat und Kohl informiert. Weiter wurden aktuelle Versuchsergebnisse mit Umsetzungsempfehlungen zu den Themen Kohlerdfloh in Kohlkulturen, Septoria in Knollensellerie, Fusarium in Zwiebel sowie zur Unkrautbekämpfung in Zwiebel vorgestellt.
Herausforderung der Saison 2024

Zu Beginn setzte Alexander Weigl, neuer Geschäftsführer des Erzeugerringes für Obst und Gemüse Straubing e.V., seinen Schwerpunkt auf die Auswirkungen der Witterung bei verschiedenen Gemüsekulturen. Bodenverdichtungen infolge hoher Winterniederschläge 23/24 in Kombination mit regelmäßigen Niederschlägen von teilweise hoher Intensität führten vor allem in der Speisezwiebel zu Problemen. Krustenbildung durch Verschlämmung erschwerte den Auflauf. Die andauernde Blattnässe führte zu einem hohen Infektionsdruck über die Saison durch Falschen Mehltau. Außerdem waren bei vielen Partien die Qualitäten durch Bakteriosen am Zwiebelhals beeinträchtigt.

Durch die hohe Bodenfeuchte im Frühsommer bildeten viele Frischmarktkulturen (z. B. Zucchini, Kohlarten) kein tiefreichendes Wurzelwerk, so dass bereits bei kurzen Trockenphasen frühzeitig bewässert werden musste. Im niederbayrischen Anbaugebiet traten 2023 erstmalig Ausfälle in größerem Umfang durch die Verticillium-Welke bei Chinakohl auf. Der Erreger kann bis zu 15 Jahre im Boden überdauern, chemische Bekämpfungsmöglichkeiten gibt es keine. Als vorbeugende Maßnahmen für die Praktiker bleiben lange Anbaupausen und die Verwendung weniger anfälliger Sorten.

Salat und Möhren - Sortenversuche

Florian Hageneder vom AELF Abensberg-Landshut stellte die Sortenversuche bei Möhren und Salaten vor. Im Möhrenversuch auf einem Standort im Raum Erding überzeugten alle Sorten trotz feuchter Jahreswitterung mit einer hohen Blattgesundheit, was die Voraussetzung für eine zügige maschinelle Ernte ist. Auffallend waren die einheitliche Rübenform und das hohe Stückgewicht von `Nun 13119´ mit 204 g. Im Gegensatz lag die Bestandsdichte bei `Novar (Bj)´ um 30 % höher, deshalb waren die Möhren mit 126 g deutlich kleiner, aber sehr uniform mit glatter Schale.

Die Anbaufläche an Kopfsalat ist in Niederbayern leicht rückläufig, Flächenzuwächse sind bei Romana und Eissalat zu verzeichnen. Deshalb wurden neben dem Romana, nach einer Versuchspause wieder ein Eissalat-Sortenversuch durchgeführt. Bei den Romanasorten überzeugte neben dem Standard `Thimble (Nun)´ auch `Stargo (Syn)´ mit einem sehr homogenen Bestand, der schnell abzuernten war. In der durchlaufenden Fotogalerie zeigten die drei Eissalatsorten `16050 (Vil)´, `16476 (Vil)´, und `ICE Wave (Syn)´ eine überdurchschnittliche Bewertung.

Eine Querschnittaufnahme zeigt das kleinere Kernhaus.

© Christine Lenhardt

Bio-Kürbis - Sortenvergleich
Mit Christine Lenhardt konnte die Öko-Projektstelle am AELF Abensberg-Landshut, für das Dienstgebiet Bayern Süd-Ost 2024 neu besetzt werden. Neben der Förderung des Ökologischen Anbaus dienen Feldversuchen um das Sortenwissen zum Ökoanbau zu erweitern. In einem ersten Sortenvergleich von zehn Hokkaido-Kürbissen erzielte die buschig wachsende 'BOL-P-5106' (De Bolster) mit 604 dt/ha den höchsten Ertrag, mit auffallend kleinem Kerngehäuse und hohem Fruchtfleischanteil. Geplant ist in diesem Jahr zusätzlich die Lagereignung zu prüfen und evtl. eine sensorische und geschmackliche Beurteilung anzuschließen.
Weißlicher, fluffiges Pilzmyzel am Wurzelboden einer Trockenzwiebel.

© Daniela Gleißner

Speisezwiebel - Exaktversuch
Im vorgestellten Exaktversuch von Tobias Vogl, AELF Abensberg-Landshut wurden 15 Sorten bei Speisezwiebeln getestet. Ein gleichmäßiger Aufgang und regelmäßige Niederschläge sorgten für eine gute Pflanzenentwicklung und deutlich höhere Erträge (bis zu 60 %) als im Trockenjahr 2023. Auch qualitativ schnitten alle Sorten im Versuch besser ab als im Vorjahr. Eine gute Druckfestigkeit und niedrige Wurzelaktivität im Spätherbst lassen auf eine gute, sortentypische Lagerdauer zum Teil bis April schließen. Die Fusarium-Fäule führte in den vergangenen Jahren auf Zwiebelflächen in Niederbayern zu Teil-, vereinzelt auch zu Totalausfällen. Bislang zeichnet sich keine Lösung zur Fusarium-Problematik ab. Im diesjährigen Sortenversuch auf einem befallenem Feldstück gab es deutliche Unterschiede bei der Widerstandsfähigkeit der Zwiebelsorten auf den Erreger bei der Feld- und sich anschließenden Lagerauswertung. Züchtungsziel sind Sorten mit Fusarium-Resistenz, die auch den hohen Qualitätsanforderungen im Praxisanbau gerecht werden.
Schreckgespenst – SBR und Stolbur – Aktueller Stand

Einen ausführlichen Überblick zur Verbreitungsgeschichte, Symptomausprägung und ersten Monitoring-Ergebnissen gab Dr. Jan Nechwatal vom Institut für Pflanzenschutz an der LfL in Freising. Der Erstnachweis der durch zwei Bakterientypen verursachten Erkrankung erfolgte in Bayern 2019 an Zuckerrüben. Mittlerweile sind in größerem Umfang auch Kartoffeln und verschiedene Gemüsekulturen, wie Rote Bete, Sellerie, Karotte, Wurzelpetersilie etc., derzeit noch vor allem im Anbaugebiet Unterfranken, betroffen. Die Symptome variieren bei Gemüsekulturen je nach Stärke und Zeitpunkt der Infektion und ist auch standort- und witterungsabhängig. Erste Anzeichen sind oft Vergilbungen an den Laubblättern, mit Wuchsverzögerungen und Welke, ein Starkbefall führt bei Wurzelgemüse zum Weichwerden „Gummiwurzeln“ der Knollen/Rüben bis hin zur Unverwertbarkeit.

Hauptüberträger der Bakterien ist die Schilf-Glasflügelzikade. Die bis zu 10 mm großen erwachsenen Zikaden entwickeln sich über mehrere im Boden lebende Jugendstadien an unterirdischen Pflanzenorganen u. a. Zuckerrübe, Kartoffel, Wurzelgemüse. Bekämpfungsstrategien gibt es derzeit keine, chemische Maßnahmen scheiden aufgrund des Entwicklungszyklus der Zikade aus. Anpassungen in der Fruchtfolge durch Anbau von Nichtwirtspflanzen z. B. Mais, einer Schwarzbrache nach Wirtspflanzen oder weniger attraktiver Zwischenfrüchte wie Senf und Ölrettich versprechen eine Reduzierung des Schädlings. Minimierung von Ernteresten und eine stressreduzierende Bestandsführung zeigen ebenfalls positive Effekte.

Megatrend: Digitalisierung im Pflanzenbau

Stefan Kopfinger von der LfL am Standort in Ruhstorf gab den Landwirten einen Überblick über die Vielfalt an Systemen zur intelligenten Unkrautregulierung. Die Auswahl an Geräten bzw. Robotern bei automatisierter bzw. autonomer Hacktechnik und zielgerichteter Pflanzenschutztechnik steigt zunehmend. Neben technischen Aspekten beleuchtete der Referent auch ökonomische und förderrechtliche Gesichtspunkte.

Mit dem Bayerischen Sonderprogramm Landwirtschaft Digital (BaySL Digital) fördert der Freistaat Bayern Investitionen im digitalen Bereich.

27. Januar 2025 – Betriebliche Rahmenbedingung

Am 27. Januar 2025 fand im Gasthaus Karpfinger in Aiterhofen bei Straubing der dritte und letzte Tag der diesjährigen Straubinger Vortragsreihe statt. Die Veranstaltung, die sowohl online als auch vor Ort stattfand, zog etwa 70 Teilnehmer an und gab Einblicke zum Thema „Betriebliche Rahmenbedingungen in gartenbaulichen Unternehmen“. Die Eröffnung erfolgte durch Siegfried Jäger, dem niederbayrischen Bezirkspräsidenten des BBV und Josef Apfelbeck, Vorsitzender Landesverband bayerischer Feldgemüsebauer e. V.. Beide gingen kurz auf die derzeitige Problematik des „Wassercents“ in Bayern ein. Als Moderatorin führte Stefanie Pahnke, Leiterin der Abteilung Gartenbau beim AELF Abensberg-Landshut, durch den weiteren Verlauf des Nachmittags.

Gruppenfoto der Referenten im Saal.

© Carolin Füßl

Näheres zum sogenannten Wassercent
Der sogenannte Wassercent, bezeichnet eine Abgabe für den Verbrauch von Wasser zur Bewässerung - erläuterte Patrik Scharl vom BBV den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Er berichtete darüber, dass der Runde Tisch „Wasser“ spannende, aber sehr zeitintensive Diskussionen hervorbringt. Dabei sei Wasser doch das wichtigste Element, Lebensmittel zu produzieren. Im Koalitionsvertrag zwischen CSU und FW haben sich die Fraktionen geeinigt, einen Wassercent einzuführen. Durch den runden Tisch soll der Regierung ein Leitfaden für die Wichtigkeit des Wassers für die Landwirtschaft gegeben werden.
Landesverband der Wasser- und Bodenverbände in Bayern stellt sich vor

Annely Idhe vom Landesverband der Wasser- und Bodenverbände in Bayern informierte über die vielfältigen Aufgaben ihres Verbandes. Dabei unterstützen sie bei Neugründungen von Wasserverbänden und sehen es ebenso als ihre Aufgabe, bestehende Wasserverbände anzusprechen und sie an ihre Satzung und Sitzungsprotokolle zu erinnern. Frau Ihde betonte, dass es das Ziel für das Jahr 2025 sei, den Bekanntheitsgrad der Wasser- und Bodenverbände zu erhöhen. Damit „Wasser“ in Zukunft positiv kommuniziert wird. Denn um regional zu produzieren, muss die Landwirtschaft mit Wasser versorgt werden.

Ausgefranstes 5 cm großes Loch im Netzgewebe an der Salatpflanze.

© Johannes Frank

Starke Vermehrung von Saat- und Rabenkrähen in Bayern
Saat- und Rabenkrähen haben sich in Bayern in den letzten Jahren gebietsweise stark vermehrt. So ist beispielsweise die Saatkrähenkolonie rund um den Straubinger Tierpark auf mittlerweile rund 1000 Brutpaare angewachsen. Aber auch in anderen Teilen Bayerns kommt es zu einem Anstieg der Individuen mit daraus resultierenden Problemen für den Gartenbau und die Landwirtschaft. Entsprechend groß war das Interesse am Vortrag von Florian Göbel vom Institut für Pflanzenschutz in Gartenbau und urbanem Grün, in Braunschweig. Johannes Frank, ehemaliger Gemüseberater, ergänzte mit Aufnahmen und Schadensberechnungen direkt aus dem Raum Straubing. Sie zeigten anhand vieler Bilder wie die intelligenten Vögel Schäden an Folien und Kulturschutznetzen, Saaten und Jungpflanzen verursachen. Auch Siloballen werden aufgerissen und erntereifes Gemüse durch Picken unverkäuflich gemacht.

Göbel zeigte Mittel zur Vergrämung auf, beispielsweise mit Drachen in Raubvogelform oder Schreckschussapparate. Die komplexe und zeitaufwendige Jagd ist nur auf Rabenkrähen im Zeitraum vom 16.07. bis zum 14.03. erlaubt. Saatkrähen sind ganzjährig geschont. Bei einer weiteren Ausbreitung sind noch umfangreichere Schäden an verschiedensten Kulturen vorprogrammiert. So erhofft sich der Referent von neuen Zulassungen bei Beizen, Vernetzung von Jägern und Landwirten und konsequenter Meldung von Schäden an die entsprechenden Behörden spürbare Erleichterung für die Anbauer.

Ergebnisse zum laufenden Forschungsvorhaben zum Saatkrähenmanagement - LfU: Externer Link

Übergeben wurden eine Bildcollage und ein Geldbetrag für Langlauf-Equipment.

© Daniela Gleißner

Ausscheiden von Johannes Frank beim Erzeugerring Straubing
Bereits seit Ende des Jahres 2024 hat Johannes Frank seine aktive Tätigkeit als Berater und Geschäftsführer des Erzeugerringes Obst und Gemüse Straubing beendet. In seinen sieben Jahren beim Erzeugerring unterstützte er die Ringmitgliedsbetriebe im Raum Deggendorf – Landshut - Regensburg tatkräftig bei allen Fragen rund um den Gemüseanbau. Seine unermüdliche Einsatzbereitschaft spornte an und so konnten auch wir Beraterkollegen immer auf eine sehr gute, intensive Zusammenarbeit bauen. Neue Herausforderungen warten auf ihn im familieneigenen Betrieb und bei der Gäubodenkräuter GmbH. Wir alle werden seine Fachkompetenz und seine offene, humorvolle Art vermissen, wünschen ihm aber alles Gute und das Beste für die Zukunft.